Zwei Richtungen,
ein Instrument
Box Spreads funktionieren in beide Richtungen — als sichere Geldanlage oder als günstige Finanzierungsquelle.
Geldanlage
Sichere Geldanlage auf Swap-Niveau
Anlage liquider Mittel zu Renditen konsistent über Staatsanleihen — ohne Kredit- oder Marktrisiko. Ideal für regulierte Investoren mit hohen Anforderungen an die Kreditqualität.
So funktioniert es
- Schritt 1: Sie bestimmen den Anlagebetrag und die gewünschte Laufzeit (1 Woche bis 12 Monate für kurzfristige Anlage, bis 10 Jahre für strategische Allokation)
- Schritt 2: Kauf eines Box Spreads auf den Euro Stoxx 50® über die Eurex® — vier Optionspositionen, die sich zu einer fixen Auszahlung kombinieren
- Schritt 3: Die Eurex® Clearing AG wird zentrale Gegenpartei — kein bilaterales Kontrahentenrisiko
- Schritt 4: Bei Verfall erhalten Sie die deterministische Auszahlung — unabhängig vom Indexstand
Warum es funktioniert
Ein Box Spread kombiniert einen Bull Call Spread und einen Bear Put Spread mit identischen Strikes. Die Long- und Short-Positionen auf den Index heben sich exakt auf — übrig bleibt ein synthetisches Nullkupon-Instrument mit fixer Auszahlung.
Die Rendite ergibt sich aus der Differenz zwischen Kaufpreis und garantierter Auszahlung. Da kein Marktrisiko besteht, liegt der implizite Zinssatz nahe am Swap-Satz — typischerweise 40–55 Basispunkte über vergleichbaren Bundesanleihen.
Rechenbeispiel: 12-Monats-Anlage
Regulatorische Einordnung
Box Spreads sind börsengehandelte, zentral geclearte Derivate und fallen unter die Derivate-Regelungen der Anlageverordnung. Unter Solvency II profitieren sie vom Netting der Optionspositionen, was zu einer deutlich reduzierten Solvenzkapitalanforderung (SCR) führt. Die Margin-Anforderungen sind aufgrund des risikolosen Profils minimal — typischerweise ein Bruchteil des Nominalwerts.

Passt diese Strategie zu Ihrer Institution?
Jens Punstein berät Sie zu Laufzeiten, Volumen und regulatorischer Einordnung für Ihre spezifische Situation — unverbindlich.
Strategische ALM-Optimierung über 1–10 Jahre
Präzise Steuerung der Laufzeitstruktur zur optimalen Abstimmung von Aktiv- und Passivseite. Box Spreads schaffen synthetische Festzinsanlagen mit definiertem Verfall — ohne Marktrisiko.
So funktioniert es
- Laufzeitprofil bestimmen: Analyse Ihrer Passivseite — welche Verpflichtungen stehen in 1, 3, 5 oder 10 Jahren an?
- Box Spread strukturieren: Maßgeschneiderte Strikes und Verfalltermine, die exakt auf Ihre Laufzeitstruktur passen
- Duration-Match erzielen: Die fixe Auszahlung bei Verfall eliminiert Zinsänderungsrisiko — die Aktiv- und Passivseite sind perfekt abgestimmt
Für wen ist das relevant?
Pensionskassen und Versorgungswerke mit langfristigen Rentenverpflichtungen profitieren am stärksten. Die deterministische Auszahlung ermöglicht eine Planungssicherheit, die weder Anleihen (Zinsänderungsrisiko) noch Termingelder (fehlende Laufzeitflexibilität) bieten.
Stiftungen können ihr Stiftungskapital über definierte Laufzeiten allozieren und dabei die Ausschüttungsfähigkeit sicherstellen — ohne Marktrisiko.
Solvency II & Anlageverordnung
Unter Solvency II wird das SCR durch Netting deutlich reduziert. Für Pensionskassen unter der Anlageverordnung erfüllen Box Spreads als zentral geclearte Derivate typischerweise die Anforderungen an die Sicherungsvermögen-Zugehörigkeit. Die finale Einordnung stimmen wir gemeinsam mit Ihrem Treuhänder und Aktuar ab.

Lassen Sie uns Ihre Laufzeitstruktur analysieren
15-Minuten-Gespräch — wir prüfen, ob Box Spreads Ihre ALM-Optimierung verbessern können.
Finanzierung
Günstige Refinanzierung unter Repo-Sätzen
Vorhandene Wertpapiere als Sicherheit für einen verkauften Box Spread — langfristige festverzinsliche Refinanzierung zu Konditionen unter Repo, ohne Bilanzbelastung.
So funktioniert es
- Wertpapiere als Collateral: Sie hinterlegen vorhandene Anleihen, Aktien oder Cash als Margin-Sicherheit beim Clearing-Mitglied
- Box Spread verkaufen: Sie erhalten sofort Liquidität zum Einstandspreis — der Betrag steht Ihnen unmittelbar zur Verfügung
- Feste Rückzahlung bei Verfall: Planbarer Finanzierungsaufwand, keine variable Zinsbelastung, keine Covenants
Vorteile gegenüber Alternativen
- vs. Kreditfinanzierung: Keine bonitätsabhängigen Zinsen, keine Covenants, keine aufwendige Dokumentation
- vs. Repo: Typischerweise 5–10 bps günstiger, flexible Laufzeiten von 1W bis 10J
- vs. Anleihenemission: Keine Transaktionskosten, keine Roadshow, sofort verfügbar
- Bilanzbehandlung: Keine klassische Bilanzbelastung — die genaue Darstellung unter HGB/IFRS stimmen wir mit Ihrem WP ab
Rechenbeispiel: 6-Monats-Refinanzierung
Collateral & Margin
Akzeptiert werden Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien und Cash — inkl. eigener Corporate-Bond-Emissionen. Die Haircuts richten sich nach dem jeweiligen Clearing-Mitglied. Die Sicherheitenstellung ist laufend — bei Kursveränderungen der hinterlegten Papiere können Nachschüsse erforderlich werden (Margin Calls).

Refinanzierungskosten senken?
Wir rechnen gemeinsam durch, wie viel Ihre Institution mit Box Spreads vs. Repo einsparen kann.
Ihr Anwendungsfall ist nicht dabei?
Wir strukturieren individuelle Lösungen für Ihre spezifischen Anforderungen.